Schimmelpilz im Haus

Allgemeines über Schimmelpilze

Schimmelpilze sind in unserer Umwelt ganz natürlich. Wir finden sie überall: sowohl in der Außen- als auch in der Innenluft, in etwa 250.000 verschiedenen Arten. Dass es diese Schimmelpilze gibt, ist nicht generell etwas Schlechtes, ganz im Gegenteil. Einige davon sind sogar sehr nützlich für uns Menschen. In der Medizin wird er zum Beispiel bei Penicillin gebraucht, im Lebensmittelbereich für schmackhaften Käse.

Ab einer höheren Konzentration besteht für uns jedoch ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko, weshalb wir Schimmelpilzbefall in Innenräumen unbedingt vermeiden sollten – und das können wir am besten, wenn wir verstehen, wie er entsteht.

Wie gelangen Schimmelpilze ins Haus?

Schimmelpilze zersetzen organisches Material, weshalb sie wichtige Organismen im Kohlenstoffkreislauf der Natur darstellen. Die meisten Pflanzen benötigen bestimmte Pilzkulturen um zu überleben. Zur Verbreitung bildet der Schimmelpilz Sporen in den Größen von 3-20 µm (1 µm = 1/1000 mm). Aufgrund dieser extrem kleinen Größe können die Sporen über weite Strecken von der Luft getragen und vom Menschen eingeatmet werden. Abhängig von verschieden Faktoren wie beispielsweise Ort, Klima und Jahreszeit sind immer unterschiedlich viele Schimmelpilzporen in der Luft - ähnlich wie bei einer Pusteblume. Durch einen natürlichen Luftaustausch gelangen diese kleinen Sporen entsprechend auch in Innenräume.

Der sichtbare Befall ist "nur die Spitze des Eisbergs"

Sobald der Schimmelpilz auf für ihn gute Wachstumsbedingungen stößt, beginnt er zu wachsen. Im Wachstum wird unter der Oberfläche ein Geflecht aus Zellfäden (Hyphen) gebildet, die meistens farblos und somit nicht sichtbar sind. Ab einer gewissen Größe bildet der Schimmelpilz zur Verbreitung viele Sporen. Diese bilden den Fruchtkörper (Karposoma) und sind meistens farbig, weshalb nun der Schimmelpilz für uns sichtbar wird.

Während wir den wenige Quadratzentimeter großen Schimmelfleck sehen, ist das gesamte Geflecht (Myzel) unter Umständen bereits einige Quadratmeter groß. Der sichtbare Fruchtkörper ist lediglich die Spitze des Eisbergs.

Wann wächst Schimmelpilz im Haus?

Der hauptsächliche Verursacher für Schimmelbildung ist Feuchtigkeit, begleitet von den zwei weiteren Faktoren Temperatur und Nährstoffangebot. Zusätzlich spielen noch der pH-Wert des Substrates, der Sauerstoffgehalt der Luft und das Licht eine Rolle für die Sporenbildung. Das Nährstoffangebot haben wir alle mehr oder weniger in unseren Häusern. Als perfektes Futter für Schimmelpilze dient Kohlenstoff, sprich Holz, Papier, Pappe, Tapeten, etc. Aber auch Kunststoffe, Gummi, Silikon, Kleister und Leder gelten als Nährböden. Selbst Zement und Beton können Nährstoffe enthalten. Und wenn Materialien keine Nährstoffe abgeben, dann kann Schimmelpilz dennoch darauf wachsen, wenn sich Staub oder organische Partikel darauf absetzen.

Feuchtigkeit als Hauptursache

Die verschiedenen Schimmelpilze haben ein breites Spektrum an Temperaturen, bei denen Sie wachsen. Mesophile Schimmelpilze wachsen in Temperaturbereichen von 0 bis 40°C, Thermophile Schimmelpilze bevorzugen eher höhere Temperaturen von 20 bis 60°C.

Wir sehen, dass wir nicht alle Nährstoffangebote eliminieren können. Auch weitere Faktoren sind schwierig abzustellen - zum Beispiel ist die Temperatur Schimmelpilz-freundlich, sofern wir uns in unseren Häusern auch ein wenig wohl fühlen möchten. Demnach ist der ausschlaggebende Faktor die Feuchtigkeit.